Blumensprache

Anfang des 18. Jahrhunderts berichtete Lady Mary Wortley Montagu in ihren Briefen aus Istanbul von der „Kommunikation mit Blumen“. Im Orient stieß sie auf ein ausgeklügeltes System von Bedeutungen, die den einzelnen Blüten zukamen.
Dies war der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines umfangreichen Zeichensystems mittels der Übergabe von Blumen – anfangs mit Sträußen aus einer einzelnen Blumenart, später dann durch komplizierte Mischungen, um verschiedene Feinheiten auszudrücken. Jede Blume und ihre Farbe, die Anzahl im Strauß, das Alter der Blüte, jedes Kraut und jede Schleife hatten eine Bedeutung.

Für jede Blüte gab und gibt es mehr als nur eine Bedeutung. Hier folgen ein paar Beispiele für die Blumensprache:

Akelei: Verrücktheit
Anemone: Ergebung, Misstrauen
Aster: Hintergedanken
Flieder: erste Liebesgefühle
Gartennelke: dauerhafte Schönheit
Ginster: Reinlichkeit
Glockenblume (blaue): Beständigkeit
Goldlack: Glanz
Heckenrose: Poesie
Hyazinthe: Wohlwollen
Iris: Nachricht
Jasmin: Liebenswürdigkeit
Kaiserkrone: Macht
Kirschblüte: gute Erziehung
Klematis: Raffinesse
Kornblume: Zartgefühl
Lilie: Majestät
Lotos: Beredsamkeit
Maiglöckchen: Rückkehr des Glücks
Malve: Anmut
Margerite: Unschuld
Mistel: Ich überwinde alle Hindernisse
Mohn: Trost
Moosrose: sinnliche Liebe
Myrte: Symbol der Ehe
Nelke (rote): reine, tiefe Liebe
Osterglocke: Begierde
Paeonie (Pfingstrose): Scham
Petunie: Überraschung
Ranunkel: Du hast himmlische Reize
Rose (rote, Einzelrose): Ich liebe Dich
Rose (weisse): Schweigen
Schwertlilie: Botschaft
Sonnenblume: Reichtum
Steinnelke: Feinheit
Tuberose: Wollust
Tulpe: Liebeserklärung
Veilchen: Bescheidenheit
Vergissmeinnicht: Vergiss mich nicht